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September 13, 2015

Gay-Pride-Gründer will Schweizer werden

Nikolai Alexejew ist der Gründer und Organisator der russischen Gay Pride. Jetzt will er in die Schweiz. Es sei traurig, dass derzeit so viele Aktivisten im Ausland Asyl suchten, sagt er.

Nikolai Alexejew ist der Gründer und Organisator der russischen Gay Pride. Jetzt will er in die Schweiz. Es sei traurig, dass derzeit so viele Aktivisten im Ausland Asyl suchten, sagt er.

«Satanswerk.» So hat Moskaus Bürgermeister die Gay Prides bezeichnet. Obwohl Homosexualität in Russland im Grunde genommen straffrei ist, leiden Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle regelmässig unter dem Druck der Gesellschaft. Auch der russische Präsident Wladimir Putin macht es ihnen nicht einfacher. Er hat 2013 ein Gesetz unterzeichnet, das positive Äusserungen über Homosexualität vor Minderjährigen, in Medien und im Internet verbietet. Doch Aktivisten aus der Szene lassen sich nicht unterkriegen und demonstrieren ihre Zugehörigkeit auch in Russland mit Gay-Pride-Paraden.

Der Organisator dieser Veranstaltung in Russland ist Nikolai Alexejew, ein Jurist, Publizist und LGBT-Aktivist (Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender). Jetzt will er ins Ausland. Laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax hat er in der Schweiz eine Staatsbürgerschaft beantragt. «Das hat nichts mit politischem Asyl zu tun», sagt Alexejew zu Interfax. «Es geht lediglich um familiäre Gründe.»

Trotzdem räumt er ein, dass seine Entscheidung durch die «unglücklichen Ereignisse, die in Russland gerade passieren», beeinflusst wurde. «Es ist sehr traurig für mich zu sehen, dass so viele LGBT-Aktivisten in jüngster Zeit das Land verlassen und im Ausland Asyl suchen.» Alexejew betont allerdings, dass er seine russische Staatsbürgerschaft nicht aufgeben werde. Er wolle nicht in die Schweiz auswandern.

Der Gründer der Gay Pride geriet in der Vergangenheit immer wieder ins Visier der Behörden. So wurde er Ende Juni während der Gay Pride Parade in Moskau verhaftet. Er blieb allerdings unbestraft. Einen Monat zuvor wurde er allerdings zu 10 Tagen Haft verurteilt, weil er die Anweisungen von Polizisten missachtet haben soll. Und Alexejew ist nicht der einzige russische Zuzüger hierzulande: Bereits Anfang 2014 kam der Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski in die Schweiz, nachdem er jahrelang wegen Steuerhinterziehung und Betrug – wie die offizielle Begründung lautete – im Gefängnis gesessen hatte. Im Dezember 2013 wurde er von Putin begnadigt und reiste danach nach Deutschland aus.

20min.ch

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